26.6.2007: Suche meiner Wirtschaftsweise

Es heißt, jeder Imker habe seine eigene Wirtschaftsweise, also seine Arbeitsmethode am Bienenstand. Es gibt derer unendlich viele. Es gibt Methoden, die einzig auf hohe Honigerträge oder Bestäubungsleistungen, also finanziellen Gewinn, abzielen und - das andere Extrem - Methoden, die die Interessen des Imkers hintan und das Wohl der Bienen in den Vordergrund stellen. Meine Intention ist das Wohl und damit die Gesundheit der Bienen und erst danach mein Besteben, von den Bienen für meinen Einsatz auch etwas zurückzubekommen. Was ich plane, ist eine gesunde Symbiose zwischen mir und den Bienen.

Bei meiner Lektüre von Bienenzeitschriften sind mir höchst abschreckende, aber auch höchst sympathische Beispiele untergekommen. Abgeschreckt wurde ich von der Wirtschaftsweise vieler Großimker wie sie es hauptsächlich in den USA, Kanada und Australien gibt, wo tausende von Bienenvölkern auf Trucks durch die Lande gekarrt werden, um genmanipulierte Monokulturen zu bestäuben. Um größere Erträge zu erzielen, hielten sie die starkbrütende Italienische Biene, die jedoch den Kanadischen oder US-Winter nicht überstehen kann und deshalb im Spätsommer abgeschwefelt wird. Das ist Tierquälerei und Frevel gegen die Natur. Kein Wunder, dass die neue Bienenkrankheit, der Kollaps des Immunsystems der Bienen, zuerst in den USA auftauchte! Glücklicherweise ist die Reaktion auf diese "Krankheit" die Rückkehr der Vernunft: Neuerdings setzen die amerikanischen Imker wieder überwinterungsfähige Bienen, zB die Carnica oder (vorerst zu Testzwecken) die varroatolerante Primorskibiene, ein.

Meine eigene Wirtschaftsweise kristallisierte sich von Anfang an heraus: Beuten aus Holz, nicht aus Styropor. Offener Boden und die Möglichkeit der Lüftung am Beutendeckel. Dann der Entschluss, nicht zu wandern, d.h. die Bienen zur jeweils besten Tracht (= Monokultur) zu karren, um Sortenhonige und mehr Honig zu gewinnen. Von meinen Bienen wird es stets nur Blütenhonig geben, keinen (reinen) Akazien-, Klee- oder Rapshonig. Meine Bienen werden sammeln, was sie in und um Dienstweiler finden werden. Ihr Einzugsgebiet ist ohnehin sehr groß. Da es hier keine anderen Bienen gibt, konnte ich sehr gut erforschen, wie weit sie ausfliegen: Nach Norden bis zum Rennweg, der die Oberkante der steilen Böschung herunter nach Birkenfeld bildet, nach Osten bis zu den Staffelhöfen auf halbem Weg nach Rimsberg, nach Süden bis zum Wald und zum Steinbruch, nach Osten bis Burgbirkenfeld und Schmitts Loch. Es ist also fast die gesamte Gemarkung Dienstweiler erfasst.

Als ich vorgestern das 5. Volk, also jenes, das ich von Geibs Imkerladen erhielt, durchsah, sah ich, was Qualität ist: durchweg sehr frische hellgelbe Waben, fast weiß und nicht braun bis fast schwarz wie ich sie bei den anderen Völkern z.T. vorfand. Auch die Ordnung auf den Waben war wesentlich besser ausgeprägt: Innen die Brut, dann ein Ring Pollen und außen an den oberen Ecken Honig. So soll es sein und so wollen es auch die Bienen! Als ich im Buch "Phänomen Honigbiene" von Jürgen Tautz las, dass die Bienen nicht drei, sondern vier Wabenzellengrößen bauen - wenn man sie läßt - entschloss ich mich, künftig keine vorgestanzten Mittelwände mehr in die Rahmen einzubauen, sondern den Wabenbau ganz den Bienen zu überlassen, obwohl die Honigernte dadurch geringer ausfallen wird. Die Bienen kennen vier Zellengrößen: die größten sind die Weiselzellen, dann kommen die Zellen für die Drohnenbrut, viel kleiner sind die Honigzellen, und etwas kleiner als diese die Arbeiterinnenbrutzellen. Die vorgestanzten Mittelwände egalisieren den Unterschied zwischen Honig- und Arbeiterinnenbrutzellen.

Ich gab dem 5. Volk ausschließlich gedrahtete Leerrahmen, in deren oberen Rand ich einen nur dünnen Wachsstreifen einschweißte, an den die Bienen dann nach eigener Facon anbauen können. Den vorgegebenen Wachsrand erachte ich als nötig, damit die Bienen schleuderbare Waben bauen. Schießlich will ich Honig ernten.

Dann will ich streng darauf achten, dass es nur frische, junge Waben gibt. Sobald es im Herbst keine Brut mehr gibt, werde ich sämtliche braunen Waben aussortieren und durch geschleuderte, also leere Honigwaben ersetzen. Den Bienen die alten Waben einfach wegnehmen geht nicht, da sie im natürlichen Leben im Herbst ja nicht schwärmen (und neue Waben bauen), sondern auf fertigen Honig- und leeren Brutwaben sitzen. Im Sommer kann ich keine Waben austauschen, da sie entweder mit Brut oder mit unreifem Honig gefüllt sind.

Als einzige bienenfreundliche Methode der Völkervermehrung, die ich außer dem natürlichen Schwärmen kenne, ist die Schwarmvorwegnahme. Normalerweise schwärmt die Altkönigin mit etwa der Hälfte der Bienen, den Altbienen, von Mai bis Juni aus und sucht sich eine neue Baumhöhle, in der sie einen neuen Staat gründet. Die sehr komplexen Einzelheiten des Schwärmens und der Wohnungssuche hat Tautz sehr anschaulich beschrieben. Ich kann nun meine Bienen nicht schwärmen lassen, da sie hier keine Chance haben, eine natürliche Baumhöhle zu finden. Sie sind auf die von mir gezimmerten Beuten angewiesen. Also muss ich die Schwärme entweder einfangen oder eine Schwarmvorwegnahme durchführen. Einfangen geht nur schlecht, weil ich dann erstens wissen müsste, wo der Schwarm sich niedergelassen hat und zweitens müsste ich in der Lage sein, jeden Baum und jeden Dachfirst zu besteigen. Ich will mir nicht die Knochen brechen; ich will mit den Bienen in Symbiose leben. Also Schwarmvorwegnahme.

Mein Plan ist - es fehlen Erfahrungen und Wissen, um konkret zu beschließen, was ich genau tun werde - zur Völkervermehrung im Mai/Juni der Beute die Königin und einen Teil der Bienen zu entnehmen und in eine neue Beute mit Leerrahmen einzuschlagen, und zwar dann, wenn das Volk eine schlupfreife Weiselzelle aufweist. Das geschröpfte Volk bekommt die neue Weisel, die es sich selbst herangezogen hat; die Altkönigin bekommt ihren Schwarm und ihre neue jungfräuliche Beute. Das Problem dieser Art der Völkervermehrung ist, dass ich etwas schneller ein muss, als die Bienen. Außerdem ist es nötig, den Schwarm für eine oder zwei Wochen mindestens drei Kilometer weit weg zu plazieren, damit der Schwarm nicht in die alte Beute zurückfliegt. Erst wenn die neue Weisel geschlüpft ist, kann ich das geschwärmte Volk wieder nach Hause bringen. Vielleicht gibt es eine bessere und bienengerechtere Methode der Völkervermehrung.

Ganz wichtig erscheint mit auch die sogenannte Standbegattung. Keine künstliche Besamung, keine Nutzung von Belegstellen. Tautz zeigt, dass zu einem gesunden Volk eine Königin gehört, die auf natürliche Weise von im Schnitt zwölf Drohnen begattet wurde. Nur so erhalte das Volk die Dynamik, das vielseitige Handlungsspektrum, dass das Volk mit jeder Krise fertig wird. Weil die Arbeiterinnenpopulation nicht nur einen, sondern im Schnitt zwölf Väter hat, ist zB gewährleistet, dass bei zu niedriger Stocktemperatur nicht alle Bienen gleichzeitig zu heizen beginnen, sondern zuerst nur wenige, dann mehr und mehr, bis der erwünschte Erfolg erzielt ist. Der unterschiedliche Fleiß der einzelnen Bienen trägt zur Volksharmonie und -gesundheit bei. Diese Erkenntnis gilt übrigens auch für Menschen. Diese erforderliche Dynamik innerhalb eines Volkes ist unter anderem der Tatsache der unterschiedlichen Erbsubstanz der Arbeiterinnen von den Drohnen her gedankt. Jede künstliche Zuchtwahl bringt ein Extrem hervor, und da wir so gut wie nichts darüber wissen, welche Selektionskriterien auf den Drohnensammelplätzen wirksam sind, zB ob die die Königin begleitenden Arbeiterinnen - allesamt erfahrene Altbienen - bei der Drohnenauswahl ein Wörtchen mitzureden haben, sollte bei der Begattung der Königin nicht reingepfuscht werden. Die künstliche Reduktion des Drohnenangebots für die Zucht auf Varroatoleranz halte ich für kontraproduktiv.

Es ist bekannt, dass sich die Varroamilbe, der größte Feind der Bienen, am liebsten in der Drohnenbrut breitmacht. Von Milben geschwächte Drohnen dürften kaum eine Chance haben, ihre Gene an spätere Generationen weiterzugeben. Ich denke, wir sollten nicht versuchen, die Bienen künstlich von Varroose zu befreien, sondern ihre natürliche Abwehr - ihr Immunsystem - zu unterstützen. Dazu gehört eine naturnahe bienenfreundliche Wirtschaftsweise.

In einer Sache bin ich noch unentschieden. Soll ich im Interesse der Carnicazüchter wirtschaften, also möglichst reine Carnicabienen halten oder soll ich mir zusätzlich noch Buckfast- , Ligustica- und/oder Dunkle Biene (Deutsche Landrasse oder Nordbiene) zulegen? Da ich gegen Monokulturen bin, bin ich auch für Diversizität von Bienenrassen, aber das heißt ja nicht, das ich an meinem Stand sämtliche verfügbare Rassen kreuze! Die Imker meiner Umgebung haben soweit ich weiß alle Carnica, vielleicht hat der eine oder andere auch Buckfast. Ich erkenne das daran, dass meine Völker sämtlich einen leichten Buckfasteinschlag haben: vor den drei grauen Ringen am Hinterleib gibt es bei einigen Arbeiterinnen den orangenen Buckfastring.

Ursprünglich war hier einzig die sogenannte Deutsche Landrasse oder Dunkle Biene Apis Mellifera Mellifera heimisch. In den 60er Jahren wurde sie von der Carnica aus Kärnten verdrängt und starb fast vollständig aus. Erst vor kurzer Zeit wurde sie in Südfrankreich, Polen, Schottland, Schweden und einem abgelegenen Tal in Tirol (in diversen Varianten) wiederentdeckt und von einigen Imkern gezüchtet. Falls ich mir die Nordbiene zulegen sollte, würde sich jedoch schnell die Carnicabiene aus der Umgebung einkreuzen und ich würde den Carnicazüchern gewaltig ins Handwerk pfuschen. Ergebnis: Weder ich hätte (bei Standbegattung) die Nordbiene, noch die Imker der Umgebung hätten ihre Carnica. Das kann nicht Sinn der Sache sein! Also werde ich wohl bei den Bienen bleiben, die ich habe, werde Standbegattung zulassen und der Natur überlassen, welche Biene ich am Ende haben werde.

Wie Bienen und Imker ruiniert werden: http://www.bienenstockkaefer.de/fix/docs/files/Pechhacker%20Text%20Bienenhandel.doc

30.6.2007: Weiselloses Volk?

Am Donnerstag hatte ich mein erstes Vereinstreffen in Niederbrombach. Von einer Überalterung der Imker war hier keine Spur zu bemerken - im Gegenteil: die Hälfte der Anwesenden war Neuimker wie ich, bzw. Fastneuimker. Selbstverständlich gab es auch sog. "alte Hasen", die jede Frage der Neuen beantworten konnten. So wurde auch eine Lösung für das Problem der Weisellosigkeit meines 2. Volkes gefunden; ein Imker hatte sich gerade 3 neue Weiseln angeschafft und wollte die alten gern loswerden. Er wollte ausprobieren, ob belegstellenbegattete Königinnen wirklich besser sind als seine standbegatteten.

"Belegstellenbegattet" heißt, dass eine unbefruchtete Königin mit Minivolk, das keine Drohnen enthalten darf, in ein Gebiet, die Belegstelle, gebracht wird, in dem es ausschließlich reinrassige zur Zucht bestimmte Carnicavölker mit besonders guten Zuchtzielqualitäten gibt.
"Standbegattet" ist eine Königin, die sich vom Bienenstand des jeweiligen Imkers aus auf ihren Hochzeitsflug begibt, wobei dem Imker unbekannt bleibt, welche Drohnen von welchem Bienenvolk sich mit der Königin paaren.

Bevor ich mir die Königin holen wollte, überprüfte ich sicherheitshalber gestern besagtes weiselloses Volk ein weiteres mal: Es sah wirklich traurig aus im Staate der Bienen: eine Honigwabe ohne Bienenbesatz, die der Vorbesitzer des Volkes in die Beute eingehängt hatte, ansonsten nur völlig leere Brutwaben. Hie und da eine vereinzelte Pollenzelle; an den oberen Rändern einer weiteren Wabe ein paar Dutzend angebrochene Zellen mit dem äußerst wenigen selbstgsammelten Honig. Die knapp 8000 Bienen saßen auf den so gut wie leeren Waben. Und dann: Da krabbelt doch tatsächlich eine wunderschöne Königin über den Rand einer Wabe hinweg und verschwindet sogleich wieder im Gewühl anderer Bienen. Irrtum ausgeschlossen! Zu meinem Glück - aber hoffentlich nicht zum Unglücker der Weisel des anderen Imkers - kann ich auf die Neueinweiselung verzichten.

Doch was ist nun zu tun? Soll ich nichts tun und auf besseres Wetter warten, sodass die Bienen sich selbst Pollen sammeln und die Königin endlich mit der Eiablage (die Larven benötigen Pollenfutter!) beginnen kann? Oder wäre es klüger, einem starken Volk eine Wabe mit Brut und Polen zu stehlen und dem schwachen Volk zu schenken? Ich tendiere dazu, nicht einzugreifen.

33 Gläser Honig!

Gestern füllte ich meine erste Honigernte in 500-gr-Gläser: 33 Gläser - eines mehr als vorher ausgerechnet (3 Gläser pro voller Honigwabe). Es handelt sich um einen gelben Honig mit rötlichem Schimmer. Es erfüllte mich schon mit Befriedigung, beim Frückstück ein "selbstgemachtes" Glas Honig auf dem Tisch stehen zu haben. Der Honig schmeckt hervorragend!

4.7.2007: Varroaforschung

http://www.adiz-online.de/sro.php?redid=51067

13.7.2007: Vorbereitung der Winterruhe

Für Bienen endet das Jahr im Juli. Die Vermehrung der Völker ist abgeschlossen, die Drohnen werden nicht mehr gebraucht und aus dem Bienenstock gezerrrt, es werden noch letzte Wintervorräte gesammelt und die Winterbienen, die im Gegensatz zu den nur 4-6 Wochen alt werdenden Sommerbienen neun Monate alt werden können, herangezogen. Der Imker muss dem Rechnung tragen und die entsprechende Unterstützung gewähren. Bei mir haperte es allerdings ein wenig mit der sachgerechten Unterstützung meiner Bienen.

An meinen Beuten ging es in den letzten Wochen ziemlich planlos zu. Nicht die Bienen waren ohne Plan, sondern ich. Am 8.7. schleuderte ich weitere 5 Waben des 3. Volkes und erntete etwas über 7 Kilogramm Honig. Ich war etwas enttäuscht, denn vor noch nicht langer Zeit zählte ich 11 fast volle, fast vollständig verdeckelte Waben. Haben die Bienen einen Großteil des Honigs wieder zurück nach unten in die Brutzargen umgetragen?

Die leergeschleuderten Waben hängte ich wieder in die Honigzarge zurück, damit die Bienen sie dort auslutschen und reparieren können. Da das Wetter seit Wochen schlecht war - es regnete fast ohne Pause und war derart kalt, dass die Bienen kaum fliegen konnten, verteilte ich etwa 1 Pfund Futtterteig an die drei Völker, die von mir am meisten gebeutelt worden sind: Volk 3 wegen der Honigentnahme und die Völker 2 und 4 wegen der Qualen der Varroabehandlung.

An einen Imkerkollegen schrieb ich gestern:

"Mein Problem mit dem vermeintlich weisellosen 2. Volk hat sich erledigt. Ich hatte 2 Ablegervölker (2 und 4) mit API LIFE VAR (mit Thymol) behandelt und hatte entsprechend der Anleitung jedem Volk einen Streifen auf die Rahmen gelegt.

14 Tage später, am 3.7. hätte ich je einen weiteren Streifen hinzulegen sollen. Hab ich zum Glück nicht gemacht, denn die Nebenwirkungen waren fatal: die Königinnen legten keine Eier mehr, es wurde nichts mehr gesammelt, die Bienen erkannten sich nicht mehr und bekämpften sich einander. Sie griffen heimkehrende Sammlerinnen an usw.. Inzwischen weiß ich, dass ich überdosoiert hatte. Ich hätte bloß einen viertel Streifen geben dürfen, und dann alle 14 Tage ein weiteres Viertel, bis 8 Wochen um
sind.

Als ich vor ein paar Tagen die Streifen entnahm, nahmen die Bienen innerhalb kurzer Zeit wieder normales Verhalten an. Das 2. Volk war also ohne Brut, aber nicht ohne Königin! Zum Glück muss ich mir nun keine neue Weisel kaufen. Trotzdem macht mir das Volk Sorgen. Ich hoffe, es hat noch genug Pflegebienen, um die nun wieder hinzukommende Brut zu pflegen. Sicherheitshalber gab ich eine verdeckelte Brutwabe (ohne Bienen) aus Volk 1 hinzu und etwas Futterteig, damit Flugbienen die Pflege übernehmen können.
Bis Ende Juli werde ich nichts mehr geben und erst dann wieder, diesmal bei allen Völkern, mit dem Tymol behandeln."

An das Bieneninstitut in Mayen hatte ich geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Neuimker (seit Anf. Mai 07) und pflege derzeit 5 Bienenvölker. Als ich am 19.6. bei einem gekauften Ablegervolk (5 Waben) ohne viel zu suchen 2 Varroen an den Bienen entdeckte, dachte ich, es sei richtig, es medizinisch zu behandeln, zumal Völker, von denen man keinen Honig erwartet, jederzeit behandelt werden dürfen. Ich verwandte API LIFE VAR entsprechend der Gebrauchsanleitung: eine Packung per einzargigem Volk, d.i. u.a. 7.5 Gramm Thymolkristalle. Am 3.7. hätte ich ein weiteres Plättchen geben müssen, tat es jedoch nicht, da das Mittel die Bienen zu sehr schädigte: Kämpfe am Flugloch, keine Eiablage der Königinnen, kein Nektar- und Pollensammeln.

In http://www.bienen.de/navigation/frames.php?verzeichnis=varroa

las ich am 7.7. von geringen Dosierungen

Zitat: "Dosierung: Die empfohlene Dosis beträgt 0,25g. Thymolpulver für jedes komplett mit Bienen besetztes Rähmchen. Beim normalen Anwendungszeitpunkt sind die Rähmchen allerdings nicht komplett mit Bienen besetzt, so daß die Dosis je nach Volkstärke variiert. Für normale Familien ist die empfohlenen Dosis 1-1,5g./Volk. Die Dosis wird bei schwachen Völkern oder Schwärmen verringert. Für äußerst starke Völker kann auch eine Dosis von 2-2,5g. nötig sein.

Behandlungsanzahl: 4-5 Behandlungen in einem jeweiligen Zeitabstand von 4-7 Tagen." (Zitat Ende)

Das entspräche bei 5 Behandlungen für jedes meiner Ableger-Völker insgesamt 5 x 1,5 = 7,5 Gramm innerhalb von 5 Wochen , die ich jedoch entsprechend der Anleitung in einer statt in 5 verteilten Anwendungen gab, wobei ich am 3.7. auf eine 2. Behandlung verzichtete. Die Zeichen einer starken Überdosierung waren nicht zu übersehen, obwohl ich insgesamt ja nur die Hälfte der empfohlenen Dosierung gab:

Zitat (s.o.) "Wirkung auf die Bienen: Bei sehr hohen Temperaturen oder übermäßiger Dosierung können die Bienen sich vermehrt am Flogloch bzw. Trittbrett aufhalten oder die Beute verlassen. Es kann auch zu Räuberei kommen, welche meistens jedoch in Zusammenhang mit unsachgemäßem oder schlampigen Umgang am Bienenstand stehen." (Zitat Ende)

Genau das habe ich beobachtet (außer das Verlassen der Beute), bis zum Zeitpunkt der Entnahme der Streifenreste am 9.7.. Die sehr junge Königin des einen Volkes hat bis heute keine Eier gelegt. Der Geruch des Mittels muss so stark gewesen sein, das die Wächterbienen ihre eigenen Genossinnen nicht wiedererkannten und abwehrten. Die Flugbienen sammelten kaum noch Honig. Die Waben waren fast komplett leer: keine Brut, kaum Honig.

Am 9.7. entnahm ich die Reste der API LIFE VAR - Streifen und gab etwas Futterteig. Seitdem sind die betroffenen Völker wie verwandelt: Sie bekämpfen sich nicht mehr selbst, sie sammeln wieder Nektar und Pollen. Die Bienen haben den Flugbetrieb wieder aufgenommen.

Nun meine Frage: Wie ist die optimale Dosierung von API LIFE VAR?

Gestern, am 12.7. besserte sich endlich das Wetter, sodaß ich es wagen konnte, mir die Völker genauer anzusehen. (Bei dem kalten, windigen und regnerischen Wetter zuvor wäre die Brut erfroren, fürchtete ich). Mit Schrecken stellte ich fest, dass sämtliche Bienen so gut wie keine Honigvorräte mehr hatten! Selbst in den Brutwaben war sämtlicher Honig und Pollen aufgebraucht. Also begrub ich meine Idee, dieses Jahr noch Honig (von Klee, Steinkraut und Mais) ernten zu können. Die Aufstockung der Beuten 2,4 und 5 war völlig unnötig.

Ich entfernte aus den oberen Zargen der Beuten einige leere Waben und stellte Marmeladengläser mit Zuckerwasser hinein. Auf 1 kg Zucker 3/4 l Wasser. In die Deckel der Gläser stach ich kleine Löcher, sodaß die Bienen daraus trinken können, wenn ich die Gläser mit dem Deckel nach unten auf die Rähmchen stelle.

Heute waren sämtliche Gläser leer. Ich rührte ein weiteres Kilo Zucker in einen 3/4 Liter Wasser und verteilte die Flüssigkeit auf die 5 Völker. Und wenn ich die Beuten schon wieder öffne, kann ich auch gleich alles noch einmal kontrollieren. Dem 5. Volk nahm ich die am 24.6. eingesetzten Leerrahmen* mit Wachsrand, die unverändert geblieben waren, wieder heraus und gab vier von Volk 3 runderneuerte leere Honigwaben hinein. Grund: Das Volk soll auf vollen Futterwaben überwintern und nicht auf Leerrahmen.

* Ich wusste noch nicht, dass Mittelwände oder Leerrahmen in dieser Jahreszeit nicht mehr zu Waben ausgebaut werden.

Heute beobachtete ich erstmals, dass einige Drohnen recht unsanft aus dem Flugloch gezerrt wurden. Die sogenannte Drohnenschlacht hat begonnen. Die meisten Drohnen durften heute jedoch noch ein und ausfliegen.

Folgendes Problem ist noch nicht gelöst: In der Literatur steht, dass ich zur Wintervorbereitung die Honigzargen abnehmen und die Völker einfüttern soll. 12 kg Zuckerwasser pro einzargiges Volk und die doppelte Menge für zweizargige. Bei meinem Versuch, dem Ratschlag zu entsprechen*, bemerkte ich, dass die Völker 1 und 3 noch viel zu viele Bienen haben. Die unteren Zargen sind derart voller Bienen, dass die aus den Honigzargen vertriebenen keinen Platz finden. Deshalb entnahm ich den dritten Zargen der Völker 1 und 3 nur die Hälfte aller Waben und stellte in die freigewordenen Räume die Marmeladengläser mit dem Zuckerwasser. Nun hoffe ich, dass die Bienen das Zuckerwasser in den Brutwaben einlagern und nicht in den obersten Zargen, die ich entnehmen will, sobald die Volksstärken etwas abgenommen haben. Da das 4. Volk die 1. Zarge voll besetzt hat, lasse ich ihm die 2. Zarge. Es soll selbst entscheiden, ob es 1- oder 2-zargig überwintern will.

* Diese großen Mengen Winterfutter sind bestellt, aber noch nicht eingetroffen. Vorerst behalf ich mich mit selbst angerührtem Zuckerwasser.

Am 17.7. füllte ich die 2. Honigernte in 500-g-Gläser: 12 Gläser, das macht zusammen mit den 33 Gläsern der 1. Ernte 45 Gläser.

18.7.2007: Kosten und Preise

28.4.2007 1. Bienenvolk 60,- 60,-
30.4. Schleier, Handschuhe, Rauchgerät, Rauchmittel,
Stockmeißel, 25 Rahmen, 1 Pckg Mittelwände,
2 Absperrgitter, Bienenbesen 130,- 190,-
1.6. Holz für Bienenbeuten 21,- 211,-
3.6. 2 Carnica-Bienenvölker gekauft 1. 30,- €, 2. 70,- € 100,- 311,-
9.6. 4. Carnica-Volk 20,- 331,-
? Holz für Bienenbeuten 47,50 378,50
10.6. Sonnenwachsschmelzer, Mittelwände, Rahmen,
Entdeckelungsgabel, Honigeimer, Honigsiebsatz,
Weiselmarkierungsutensilien, Maschendraht 220,- 598,50
19.6. Honigschleuder, 40 Honiggläser, Antivarroamittel,
Maschendraht 520,- 1118,50


25.5.2007 Schrauben 19,30 1137,80
26.5. Schrauben 22,97 1160,77
29.5. Schleifpapier, Schrauben, Dachlatten 32,95 1193,72
1.6. Dachlatten 4,- 1197,72
4.4. Leisten zur Fluglochreduzierung, Holzschutz 34,20 1231,92
8.6. Holzschutzfarbe, Dachlatten 38,90 1270,82
18.6. Dachlatten 6,72 1277,54
3.7. Silikon zum Abdichten 7,29 1284,83
16.7. 5 Eimer Api-Invert Futtersirup 14 78,75 1363,58

Laut einer Imkerzeitschrift sollte man 1 Pfund Honig nicht unter 4,- Euro verkaufen. Ich werde also pro Glas 4,- € + 0,25 € Pfand = 4,25 € nehmen. Meine 45 Gläser Honig würden (ohne Eigenverbrauch) demnach 180,- € einbringen.

19.7.2007: Der Mönch und die Riesenhornissen

http://www.daserste.de/erlebniserde/beitrag_dyn~uid,gw0p7y90iq1nu8df~cm.asp

Es ging in diesem Film um 2 Imker. Der eine war ein Berufsimker, der mit der nach Japan eingeführten Europäischen Biene Apis Carnica (die auch ich halte) imkerte, da diese zehn mal mehr Honig liefert als die in Japan heimische Apis Cerana. Die A. Cerana hatte Jahrmillionen Zeit, sich auf die Riesenhornissenkönigin, deren Töchter ganze Bienenvölker ausrotten kann, einzustellen, nicht jedoch die erst vor wenigen Jahrzehnten eingebürgerte Apis Carnica. Wir sehen, wie japanische Imker Jagd auf die Riesenhonisse machen, um ihre Bienen zu schützen. Dann sehen wir Szenen aus dem Leben der Hornissenkönigin, wie sie ihr Volk gründet, das trotz schwerer Rückschläge schließlich doch gedeiht. Der Mönch hat großen Respekt vor dem Lebenswillen der Hornissen, ihrem Kampf ums Überleben und die Fürsorge für ihre Larven. Interessant dabei ist, dass die erwachsenen Hornissen ihre Larven mit dem Fleisch von Insekten füttern, dass sie selbst jedoch kein Fleisch zu sich nehmen können. Sie werden von einem speziellen Drüsensaft ihrer Larven gefüttert. (Ich glaube nicht, dass das bei unseren einheimischen Hornissen auch so ist) Fasziniert beobachtet der Mönch sie - und natürlich seine Bienen. Er hat sich seine Bienen nicht aus Europa importiert, sondern stellt eine bestimmte Orchidee neben eine leere Bienenbeute und wartet. Der Duft der Orchidee ist derselbe wie der der Hornissen!!! Die Orchidee hat es in Jahrmillionen geschafft, sich den Krieg der Hornissen gegen die Bienen zunutze zu machen. Ihr Duft lockt die wild lebenden Cerana-Bienen an, die voller Hass die Orchidee zerrupen bis zur Erschöpfung und währenddessen bestäuben. Dann, erschöpft, entdecken sie die Bienenbeute und ziehen dort ein. Dann sehen wir, wie etwa 100 Hornissen ein Carnica-Volk von 30000 vernichten. Sie sitzen vor dem Flugloch und beißen den herausströmenden Bienen die Köpfe ab. Die Bienen haben keine Chance, da sie den Panzer der Hornissen nicht durchdringen können, bzw. die Schwachstelle nicht kennen. Nach 3 Stunden sind die Bienen tot und die Hornissen holen sich die Brut, um ihre Brut damit zu füttern. Vor dem Flugloch türmt sich ein Berg aus Bienenleichen. Ein paar Tage später findet eine Kundschafterhornisse den Bienenstand des Mönches. Der Mönch beobachtet, wie die Hornisse am Flugloch landet. Die Bienen greifen nicht an, sondern locken sie ins Innere der Beute. Und als die Hornisse sich eine Wächterbiene schnappt, löst das den Gegenangriff aus: einige Dutzend Bienen stürzen sich auf die H. und kneueln sie ein. Währenddessen erzeugen sie mit ihrer Flugmuskulatur eine Temperatur von 45 Grad, eine Temperatur, die die Bienen gerade noch ertragen, die H. jedoch nicht. Sie stirbt an Hitzschlag. Die Bienen haben eine Schwachstelle der Riesenhornissen ausgenutzt. Sie vertragen 2 Grad mehr als die Hornisse. Dann sehen wir noch einen Kampf der Riesenhornissen gegen Wespen - ihre kleineren Verwandten. Die Wespen nutzen eine andere Schwachstelle der Hornissen. Sie beißen ihnen in den Nacken und können so ca. 30 Hornissen töten. Trotzdem überwältigen die Hornissen in diesem Fall die Wespen und räubern deren Nest aus. Bei den Hornissen scheint alles in bester Ordnung zu sein. Der Hunger, der sie zu den Angriffen zwang, ist besiegt. Die verhungerten Larven sind bald "vergessen". Aber dann wirds erst richtig dramatisch: die Hornisenkönigin verliert ihren Weiselduft. Ihre eigenen Kinder erkennen sie nicht mehr als Königin und bringen sie um. Die Brut wird nicht gepflegt, wird herausgerissen, das Volk löst sich auf. Am Ende sind alle Hornissen tot. Aber nein! Ein paar Weiselzellen hatten sie beim Vandalisieren übersehen. Ein oder zwei neue Königinnen schlüpfen und es beginnt ein neuer Zyklus im Leben der Riesenhornissen. Der Mönch hielt eine Bienenart, bei der er gar nicht eingreifen brauchte! Es ging also nicht um die Entscheidung, helfend gegen die Hornissen einzugreifen, sondern um die Entscheidung, die heimische Cerana, statt die fremde Carnica, zu halten, auch wenn er deshalb nur 1/10 so viel Honig erntet. Das Beste am Film waren die wunderbaren Naturaufnahmen und die genauen Bilder vom Leben der Bienen und Hornissen. Die moralische Entscheidung war zweitrangig. Er musste nicht von den Einnahmen des Imkerns leben wie die Berufsimker.

Leserbrief:

# Die moralische Entscheidung ist also indirekt vorverlagert – nämlich in die Entscheidung des Wirtschaftssystems, denn in dem „von den Einnahmen leben müssen,“ steckt der Zwang zur „Effizienz“, also zur Wahl der Biene, die 10mal mehr Honig gibt, welches in der Folge Natureingriffe nötig macht, die das natürliche Gleichgewicht zerstören usw. Ist das natürliche Gleichgewicht erst einmal zerstört, dann setzt sich das fort und führt dann auch zu sozialen Ungleichgewichten und vice versa. Der Trick der heutigen Wirtschafts- und Geisteseliten besteht ja darin, das Rahmensystem [= Raubtierkapitalismus] nicht in Frage zu stellen; damit determinieren sie weitgehend alle Prozesse, die sich durch dieses zu Ungleichgewichten führenden System ergeben, weil sich nämlich ja jedermann gezwungen sieht, „von den Einnahmen leben zu müssen – und in diesen „Müssen“ haben wir dann den von den Eliten gewollten Zwang mit seinen weitgehend deterministischen Zerstörungsfolgen.

„Von den Einnahmen leben müssen“ heisst ja dann auch noch mehr: nämlich nicht in der Kontemplation und Geist-Natur-Verbundenheit leben können; so wie es dem Mönch ja noch weitgehend möglich ist!!!

Antwort:

Ich stimme deiner Analyse voll zu.

Ich las in den letzten Tagen die "Naturgeschichte der Honigbienen". Ergebnis meiner Lektüre: Die kleinen Imker sind für die Biene sehr von Nutzen; die großen sehr zum Schaden! Die Botschaft des Films "Der Mönch und die Riesenhornissen" wird - ohne dass es im Film explizit zum Thema gemacht wurde - bestätigt. Die kleinen Imker lassen der Natur großteils freien Lauf und gestatten der Biene, regional angepasste, gesunde Bienen zu entwickeln. Sie geben den Bienen die in der Natur zu wenig vorkommenenden Höhlen; die Bienen geben dem Imker dafür Honig. Der Berufsimker will die Biene ausbeuten. Er importiert ertragreiche fremde Bienen, die an die lokalen Begebenheiten nicht angepasst und deshalb anfällig für Krankheiten sind. Einheimische Rassen werden ausgerottet. Unsere heimische Mellifera wurde in den 60er Jahren ausgerottet und durch eine Balkanbiene, die weniger gut mit feuchtkaltem Klima zurechtkommt, ersetzt. Die Israelis stellten 1950 die Imkerei komplett von der Syrischen Biene auf die Italienische um, die Japaner von der Cerana auf Carnica.

Überall wird aus kapitalistischen Motiven heraus experimentiert, mit der Folge einer Bastardisierung. Die Bastarde sind disharmonische Kreuzungen, unangepasst in jeder Hinsicht, anfällig für jede Krankheit und jeden Schädling. Das Buch "Naturgeschichte der Honigbiene" von Friedrich Ruttner war nur möglich, weil es noch Bienenproben und Aufzeichnungen aus alten Zeiten gab. Würde man aus heutigen Populationen eine Naturgeschichte rekonstruieren wollen, wäre man zum Scheitern verurteilt, denn es herrscht ein Tohuwabohu an Bienenrassen und -Kreuzungen. Blind in Hinsicht auf die Optimierungen, die die Natur an ihren Bienen vornimmt, mischt sich der Mensch ein, um ein Maximum an Honig aus ihnen auszupressen und er ignoriert dabei, dass er weder die Natur, noch die Biene wirklich kennt und dass er bei seinen Züchtungen der unbekannten Biene seine einseitige, reduzierte, tödliche Ideologie aufprägt - sehr zum Schaden der Biene - und des Menschen. Bis in die 60er Jahre hatten wir in Deutschland ausschließlich die Apis Mellifera, die braune deutsche Landbiene. Da sie weniger ertragreich war - eine Anpassung an unser feuchtkaltes Klima - wurde sie durch die Balkanbiene Apis Carnica ersetzt und damit ausgerottet. Heute gibt es Mellifera nur noch in einem österreichischen Tal, in Schweden und Polen gibt es Restbestände. Bisher konnten in 20 Jahren intensiver Züchtung keine varroaresistenten Carnica-Bienen gezüchtet werden. Warum besinnt man sich in Deutschland nicht wieder auf unsere einzige einheimische Biene, die mit den Varroen viel besser zurechtkommt, als die Carnica? In http://www.naturlandimker.de/koe_prim_wasmanso.html lesen wir:

Erickson sagt, das vierjährige Experiment liefere zusätzlich den Beweis, daß Imker varroa-tolerante Linien von bewährten Stöcken unserer bevorzugten Honigbiene, der Apis mellifera, produzieren und erhalten können. "Einige Bienenzüchter und Vermehrer tun dies bereits erfolgreich," bemerkt er.

Russen kommen zur Hilfe

Winterfeste Honigbienen aus der milbenbefallenen Primorski Region tief im Osten Rußlands könnten ebenfalls eine natürliche genetische Resistenz beinhalten, die auf amerikanische Bienen übertragen werden könnte.

"Die Russischen Bienen sind von der selben Spezies wie die bei uns verbreiteten Honigbienen," sagt ARS Genetiker Thomas E. Rinderer. "Aber wir vermuten, daß der über die Zeit anhaltende Milbendruck in dieser Region die Natur dazu veranlasste, daß nur die Bienen überlebten, die am Milbenresistentesten waren."

Also! Es geht doch! Warum will von unseren Bienenforschungsinstituten kein Mensch etwas davon wissen? Die Apis Mellifera aus Russland, Primorskibiene genannt, lebt in der Nachbarschaft der Apis Cerana, dem ursprünglichen Wirt der Varroamilbe. Mellifera infizierte sich bereits vor 100 Jahren an varroabefallenen Cerana und konnte wie die Cerana die Milbenabwehr erlernen. Hätte es bereits vor 100 Jahren Pharmazie und wissenschaftliche Forschung im Osten Russlands gegeben, gäbe es bis heute keine resistenten Bienen. Die moderne Varroabekämpfung http://apis-ev.de/fileadmin/Themen/SHVarroa.pdf verhindert die Immunisierung der Bienen.

Wir müssen einen anderen Weg einschlagen: Entweder lassen wir unsere Bienen selbst ein Mittel gegen die Milbe finden - dass hätte ein Aussterben von 99,9 % unserer Bienen auf Jahre zur Folge, oder wir führen jene Biene wieder in Deutschland ein, die eigentlich hier zu Hause ist, und die bereits gegen Varroen "resistent" ist: die russische Mellifera: die Primorskibiene!

Mein Problem:

Endlich ist das Bienenfutter eingetroffen! Es wurde auch höchste Zeit, denn meine fünf Völker waren ohne Vorräte und drohten zu verhungern. Ich musste mich mit selbst angerührtem Zuckerwasser behelfen, ehe der Api-Invert-Futtersirup eintraf. Nun habe ich das Problem, das Futter nur in kleinen Portionen verfüttern zu können, da ich nicht über genügend leere Zargen verfüge, in die ich die Futtereimer hineinstellen könnte. Seit Wochen warte ich auf das bestellte Holz zum Zargenbau. Es soll vom Sägewerk in etwa 14 Tagen zugeschnitten und gehobelt sein. Das häufige Öffnen der Beuten zum Hereinstellen der 0,5 - 0,7 Liter fassenden Gläser hat die Bienen inzwischen so aggressiv gemacht, dass einzelne Exemplare mich schon angreifen, wenn ich nur in die Nähe komme! Ein interessantes Phänomen - es beweist Intelligenz - , aber unschön und eigentlich unnötig!

Die Wurzel dieses Problems liegt tiefer! Es war die zweimonatige Schlechtwetterperiode, die die Bienen zwang, ihre gesamten Vorräte aufzubrauchen. Das einzig nicht betroffene Volk war jenes, von dem ich fast 23 Kilogramm Honig erntete. Es leerte während der Schlechtwettterperiode sechs volle Honigwaben (9 kg = 18 Gläser), die ich bei gutem Wetter zusätzlich hätte ernten können. Da ich die anderen vier Völker füttern musste, obwohl ich ihnen keinen Honig entnommen hatte, dachte ich, ich könne dem starken Volk auch die verbliebenen fünf Waben wegnehmen. Dann wären alle Völker auf gleichem Niveau und würden gemeinsam gefüttert werden. Da nun das Wetter endlich besser ist, tragen alle Völker fleißig Nektar und Pollen ein. Ich hoffe auf das Steinkraut und den Mais, die beide diese Tage zu blühen beginnen. Dann können die Bienen das Zuckerwasser mit wertvollem Nektar anreichern. Auf eine Ernte dieser Spättracht werde ich verzichten, obwohl ein Imker sagte, es könne dieses Jahr durchaus noch eine Ernte geben. Nach der Fütterung ist eine Ernte natürlich nicht mehr möglich, es sei denn, man will Zuckerwasser verkaufen.

Hätte ich Mellifera, die eigentlich hier heimische Landbiene, wären diese Probleme nicht - zumindest nicht in diesem Ausmaß - aufgetreten. Mellifera hätte während der Schlechtwetterperiode die Bruttätigkeit reduziert, hätte aufgrund geringerer Volksstärke ihre Vorräte geschont und wäre nicht in diese Bedrängnis geraten. Mellifera lagert nämlich viel mehr als Carnica Honig in die Brutwaben ein - Honig, der nie geerntet wird, weder bei Mellifera, noch bei Carnica. Der Honig in den Honigzargen wäre tatsächlich Überschuss gewesen, den man ohne Probleme hätte ernten dürfen, auch wenn das Wetter längere Zeit mal schlechter ist. Hinzu kommt, dass man sich aufgrund des fehlenden Zwanges, früh mit der Antivarroabehandlung von Carnica beginnen zu müssen, mit der Honigernte Zeit hätte lassen können. Ich hätte bis zum Herbst mit der Ernte warten können. Das schlechte Wetter wäre kein Thema gewesen.

Allein an diesem Beispiel wird ersichtlich, was uns verlorengegangen ist, als "wir" die Mellifera in den 60er Jahren ausrotteten - eines schnöden Gewinnes wegen.

20.7.2007: Leserbrief:

Deine Infos sind sehr aufschlussreich!

„...es herrscht ein Tohuwabohu an Bienenrassen und -Kreuzungen...“

Das ist symptomatisch für den Kapitalismus. Die Idee, dass man den Markt nur machen lassen brauche, und sich durch das Spiel der freien Marktkräfte Gleichgewichte herstellen, ist ja wohl die grösste Illusion / Lüge. Diese sogenannten „Gleichgewichte“ stellten sich ja nur temporär ein, weil die damit einhergehenden Ungleichgewichte in die Natur verdrängt wurden, was in weniger als 150 Jahren zu einer globalen Krise geführt hat. Dort wo die Umwelt nicht weitgehend zerstört ist, ist sie zumindest weitgehend „zerrüttet,“ auch wenn oberflächlich alles rein ausschaut, so wie bei uns in Deutschland.

In eigener Sache:

Meine Frau hat im Bio-Laden Speisehonig aus Indien entdeckt. In Indien verhungern die Leute und hier gehen die Imker pleite, aber der Honig in unseren Läden kommt aus Indien!!! Das ist ein typisches Beispiel für die Folgen der Globalisierung. Was aber noch schlimmer ist. Ein 500gr Akazien-Honig der Spitzenqualität aus der Region hier kostet sage und schreibe Euro 12. Wer soll das denn bezahlen? Dagegen kosten 500 gr sehr guter Akazien-Honig aus Ungarn um die Euro 4,50. Die Preisunterschiede sind schon verrückt. Honig aus Indien kaufe ich ganz bestimmt nicht, aber der Honig aus dem Ostblock [Ungarn, Bulgarien, etc.] ist mittlerweile sehr gut und verhältnismässig preiswert. Ich spreche hier natürlich sowieso nur über Bio-Produkte... Ich hatte nur einmal einen Honig vom Lidl-Markt [oder Aldi] probiert, weil ein Freund den gekauft hatte, den habe ich dann aber sofort weggeschmissen...

Der Kapitalismus funktioniert schon deshalb nicht, weil sich niemand Produkte zu fairen Preisen leisten kann! Der faire Preis für den Honig ist Euro 12, aber das klingt wahnsinnig, weil wir tatsächlich an Ausbeutungspreise gewöhnt sind. Fakt ist – wir sind alle viel ärmer, als uns das bewusst ist, weil unser Lebenstandard durch Dritte-Welt-Ausbeutung subventioniert ist. „Ich bin doch nicht doof“, sagen dann die Leute, und finden sich klug, wenn sie den billigeren Honig kaufen, aber tatsächlich sind sie extrem doof und sogar noch schlecht dazu, weil sie nicht wissen und auch nicht wissen wollen, dass sie leben, weil andere sterben!

Antwort:

Ich habe es noch nirgendwo so einfach und klar formuliert gefunden wie in diesem Brief, warum wir so leben können wie wir leben: weil andere sterben. Wir leben auf Kosten der verhungernden Inder (und anderer Armer). Würden wir den Armen ihren selbstproduzierten Honig gönnen *, könnten unsere heimischen Imker Preise für ihren Honig fordern, die auch ihnen das materielle Leben von der Imkerei ermöglicht. Die kleinen Imker könnten neben den industriellen Großimkern bestehen, d.h. die Großimkereien könnten gar nicht so groß werden wie sie heute sind. Der Konzentrationsprozess - nicht nur bei Imkereien, sondern in allen Sparten - mit der Folge der Massenarbeitslosigkeit würde gestoppt werden. Alle hätten ein Auskommen: die nicht so großen Großimker, die Kleinimker hier und die Imker in den heute armen Ländern, die dann nicht mehr so arm wären. Statt Gerechtigkeit walten zu lassen im Kapitalismus wird weiterhin skrupellos geräubert und nebenher wird ein Benefizkonzert aufgeführt, in welchem ein paar Kröten für die Armen der Welt gesammelt werden - und das nur, weil sich ein paar reiche Schmarotzer, Ausbeuter und Sklavenhalter sowie ein paar angepasste "Künstler" auch noch zum Discounterpreis ein moralisch hochwertigiges Gefühl kaufen wollen. Nebenher stabilisieren die Benefizkonzerte das ausbeuterische System.

Wenn ich so etwas sage, bekomme ich oft zu hören, die Inder (Armen) verkaufen uns den Honig (das Getreide - Hungerland Äthiopien ist einer der großen Getreideexporteure!!!! Biokartoffeln aus Ägypten werden hier im Supermarkt angeboten!!!!) doch freiwillig! Niemand zwänge sie. Wie könne ich da von Ausbeutung und Sklaverei reden? Antwort: Diese Kritikaster sind derart hirngewaschen und künstlich verblödet (Fernsehen, Schule), dass sie meine Antwort nicht verstehen werden. Ich will's trotzdem versuchen, obwohl ich mich wiederhole (s. "Ethikberatung"):

13.9.2001: Chefvolkswirt der Deutschen Bank Walther sagte am 12.9.2001: "Fair ist, wenn Angebot und Nachfrage sich treffen." Wie treffen sich Angebot und Nachfrage, wenn Herr Walther im Reichtum schwelgt und dem Armen die Preise diktieren kann? Die Dynamik von Angebot und Nachfrage funktioniert so, daß ich bei hoher Nachfrage den Preis meiner Ware erhöhen kann! Was ich ERPRESSUNG nenne, nennt der Manager GERECHTIGKEIT!!!!!!! - Soviel zur Moral der Wirtschaftsexperten!

Gerecht im Sinne Herrn Walthers - und aller anderen Erzkapitalisten - ist jener Erzkapitalist, der einem Verhungernden einen Laib (oder gar nur eine Scheibe) Brot anbietet gegen seine 10 ha vertrocknetes Land. Gerecht ist der Großimporteur Indischen Honigs, der den indischen Imkern einen Euro pro Kilo Honig bietet, weil der Imker seine Familie nicht mit Honig allein ernähren kann, sondern dringend Brot braucht. Gern würde der Imker seinen Honig an Landsleute verkaufen oder beim Bäcker gegen Brot tauschen, aber diese können ihn sich einfach nicht leisten. Der deutsche Importeur zahlt einen Preis, den einheimische Händler/Kunden nicht zahlen können. Dadurch wird der Deutsche allerdings nicht zum barmherzigen Samariter. Würde er sich nicht einmischen, würde der Imker seinen Honig billiger verkaufen müssen, aber das er würde zur allgemeinen Erhöhung des Nahrungsangebots im Lande beitragen und damit zur Verbilligung der Nahrung. Je mehr Nahrungsmittel im Lande, desto geringer der Hunger. Würde der indische Getreidebauer sein Getreide nicht nach Deutschland und andere Ausland exportieren, müsste auch er billiger werden und der Imker könnte sich vom geringen Erlös des Honigverkaufs trotzdem mehr Brot kaufen. Am Ende wären alle Inder satt.

Der deutsche Importeur zahlt weniger, als die Ware wert ist. Damit verursacht und zementiert er den Hunger in Indien. Würde er zahlen, was die Ware wert ist, wäre er gerecht und der Hunger in Indien würde schwinden. Aber dann würden sich Importe auch nicht mehr lohnen und die deutschen Imker können von ihrem Beruf leben.

Was also ist Kapitalismus? Was passiert, wenn man das Spiel zwischen Angebot und Nachfrage nicht politisch steuert? Antwort: Sklaverei, nackte Sklaverei! Und zur Sklaverei gehört nicht nur materielle Unterdrückung, sondern in sehr viel größerem Ausmaß geistige Unterdrückung, sprich: künstliche Verblödung via Gehirnwäsche. Augenblicklich ist das Ausmaß der künstlichen Verblödung der Massen derart groß, dass die Sklaven nicht einmal mehr wissen, dass sie Sklaven sind. Es gibt keine aufklärerische Literatur mehr. Sie ist weitgehend aus unseren Bibliotheken verschwunden und Neues wird nicht mehr gedruckt - findet keinen Verleger. Kunst, Literatur, Wissenschaft, Politik - alles steht unter dem Diktat totalverblödender und verblödeter Ökonomie. Nach Wahrheit sucht keiner mehr, bzw. jeder, der noch die Wahrheit kennt und verkündet, findet so gut wie keine Ohren mehr, die ihn hören können. Er ist der einsame Rufer in der Wüste. Die Wüste wächst! So schrieb schon Nietzsche.

PS: Wer mehr über verblödete Ökonomen wissen möchte, lese die NachDenkSeiten. Aktuell: http://www.nachdenkseiten.de/?p=2497#more-2497 und ein paar Zitate:

"...und zum Inhalt dieser öffentlichen Aufgabe gehörte es damals, die Hochschulen für breitere Schichten zu öffnen, die Studierenden nicht nur für ihr Funktionieren im Beschäftigungssystem zu qualifizieren, sondern auch ihr kritisches Analysevermögen zu fördern." (Ich nenne das Versklavung)

"Wer auch nur in den Verdacht gerät, die Wissenschaft in den Dienst einer solchen Propagandamaschine (INSM) stellen zu wollen, müsste nach traditionellen Maßstäben disqualifiziert sein für ein Präsidentenamt, das die Autonomie der Wissenschaft zu verteidigen hat. "

"Hier stellt sich allerdings schon ein Problem: Wissenschaft kann sich nicht vollständig den Schuh- oder Automobil-Produzenten angleichen – denn sie unterliegt dem Wahrheitskriterium, Schuhe und Autos müssen dagegen nur nützlich sein. Diese Bindung an das Streben nach Wahrheit macht sogar den spezifischen Gebrauchswert der Wissenschaft aus und verleiht ihren Produkten eine besondere Würde und Autorität. Sie erst begründet das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit. Ein Professor, der von vornherein zugeben würde, dass er sein wissenschaftliches Gutachten inhaltlich an den Interessen des Meistbietenden orientiert, würde dieses Gutachten entwerten. "

Und was ich Totalverblödung und Gehirnwäsche, kurz "Sklaverei" nenne, wird hier wie folgt beschrieben:

"Die Umstellung auf Warenproduktion bedeutet auch, worauf Konrad Paul Liessmann in seinem vor einem Jahr erschienenen brillanten Essay über die „Theorie der Unbildung“ hingewiesen hat, eine „Industrialisierung“ des universitären Produktionsprozesses, wobei Industrie, als Gegenbegriff zu Handwerk, verstanden wird als „die tendenziell mechanisierte und automatisierte Herstellung von identischen Produkten unter identischen Bedingungen mit identischen Mitteln.“ (und identischen Menschensklaven)

"Das Modell „Unternehmen Hochschule“ koppelt dagegen die Produktion von Wissenschaft und Studierendenausbildung direkt an Markterfolge und erlegt den Universitäten auch die Binnenstruktur eines marktorientierten Unternehmens auf. Darin hat professionelle Autonomie nur noch in dem Maße Platz, wie sie dem Geschäftsinteresse dient. Innerhalb der unternehmerischen Universität geht es um die optimale Verbindung von Hierarchie und Konkurrenz. Das bedeutet auf jeden Fall die Aufhebung, mindestens aber das Leerlaufenlassen aller Formen von Demokratie und Mitbestimmung. "

Ich nenn's "Sklaverei", weil mit diesem Wort deutlicher hervortritt, was von den Universitätsreformern gemeint ist.

"Genau dies, die innerbetriebliche Diktatur des Managements, ist erklärtes Ziel gegenwärtiger Umstrukturierungen im Hochschulwesen."

"Im zweiten historischen Abschnitt des Zukunftspapiers, unter der Überschrift „Reformuniversität“, wird der Begriff „Reform“ den Reformern früherer Perioden schlicht entwendet. ... Es ist der marktliberale „Reform“-Begriff, um dessen Alleingeltung sich die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit ihrem Fördermitglied Lenzen nach Kräften und leider ziemlich erfolgreich bemüht."

"Es ist überhaupt ein Kennzeichen der marktradikalen Ideologie, dass sie in allen Bereichen, vor allem bei der Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit, auf den empirischen Beweis des Versagens ihrer Rezepte mit der Forderung nach „noch mehr Markt“ reagiert. Diese Strategie der Selbstimmunisierung der neoliberalen Religion gegen empirische Widerlegung wird auch als Reaktion auf Misserfolge und Systemwidersprüche im Wissenschaftsbereich bisher erfolgreich angewandt."

"Neben der gezielten Blockade von Alternativen heißt dies insbesondere die Errichtung von Sachzwängen, an denen alternative Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik und Versuche des Ausscherens aus der Logik des Marktes scheitern sollen.“

"Bei den Universitätswissenschaftlern besteht eine strukturbedingte Unfähigkeit zu solidarischem Handeln. Ihnen wird im Zuge ihres Aufstiegs Konkurrenz als Habitus ansozialisert und Solidaritätsbedürfnisse werden wegsozialisert. "

"Ich weiß nicht wirklich, was sich daraus lernen lässt. Ich wünsche dem Projekt des Chefmanagers Lenzen, das alle in ruinöse Konkurrenzen treibt, von Kopf und von Herzen den Zusammenbruch an seinen eigenen Widersprüchen und, noch besser: an bewussten Widerständen. Ich wünsche mir, dass es eine solidarische Wissenschaftlergruppe ähnlich der SAZ wieder gäbe. Diese Gruppe müsste sich überhaupt nicht mehr „sozialistisch“ nennen, aber sie müsste die Idee der Solidarität gegen das menschenfeindliche und gesellschaftszerstörende Konkurrenzprinzip verteidigen und vertreten. Das Schweigen der Lämmer kann doch keine Perspektive sein!

Meine Antwort auf die Frage nach der Möglichkeit und Unmöglichkeit, ein solidarisch handelnder Wissenschaftler zu sein, die ich am Anfang gestellt habe, ist also klar: Es gibt keine Unmöglichkeit, sondern nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass Wissenschaftler sich solidarisch verhalten. Diese Wahrscheinlichkeit wird größer, wenn Solidarität als soziale Norm auch in anderen Gesellschaftsbereichen wieder an Geltung gewinnt. Und wenn Wissenschaftler, die wissen, dass keine Gesellschaft ohne Solidarität überleben kann, diese Erkenntnis auch auf sich selber beziehen. Und wenn schließlich die Studierenden es sich nicht bieten lassen, in einen gnadenlosen Konkurrenzkampf gegeneinander getrieben zu werden, sondern an dem Anspruch einer tendenziell universal-menschenrechtlich ausgerichteten Solidarität festhalten. Die Proteste gegen den G8-Gipfel in diesem Jahr und auch die von den Studierenden des OSI dazu in diesem Semester selbständig organisierten Veranstaltungen geben mir Hoffnung, dass die „unternehmerische Universität“ nicht das Ende der Universitätsgeschichte ist.

Dankeschön

Bodo Zeuner

21.7.2007: Brief eines anderen Lesers:

Hallo Hans Joachim

heute habe ich deinen Honig bekommen. Nach erster Testkost kann ich nur sagen, dass er vorzüglich schmeckt. ...

Zu dem Film: Erstmal mein Eindruck, mir hat der Film sehr gut gefallen. Ich fand die Gegensätze der verschiedenen Arten ( Hornissen und Bienen) sehr interessant, und die tollen Aufnahmen, haben echt
begeistert. Vor allem die Einstellung des Mönches hat mich beeindruckt, der wie du schon geschrieben hast, vielmehr im Einklang der Natur lebt, da er Biene und Hornisse sich auf natürlichem Wegen
aufeinander einstellen lässt. Im Gegensatz zu den anderen Imkern, die zusehen mussten wie ihre Völker einfach abgeschlachtet werden. Was ich übrigens total krass fand, wie überlegen die Hornissen den
europäischen Bienen waren.

Nun zu dem was du geschrieben hast: Ich finde sehr interessant zu sehen, wie geradezu parabelhaft die Konflikte, die bei Imkern und Bienen auftreten, auf die menschliche Gesellschaft angewendet werden
können. Die Ökonomisierung der Imkerei, die Ausbeutung der Bienenvölker, führt gerade zu einer Entfernung von natürlichen (also selbstregulativen) Lebensweisen, und zeigt die systematische
Zerstörung der Natur und Geselllschaft (Bienen wie Menschengesellschaft) sehr klar auf. Die Leserbriefe verdeutlichen ja die Probleme eines nur auf Wachstum und Profit ausgerichteten freien nicht solidarisch regulierten Marktes.

Mir ist aufgefallen dass deine Notizen, und dein Imkereiblog sich immer mehr vermischen *g*. Interessant.

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